Amazon SEO vs. Google SEO - Unterschiede und Gemeinsamkeiten

28.03.2020

Amazon SEO vs. Google SEO - Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Häufig kommt die Frage auf, worin die Gemeinsamkeiten aber auch die Unterschiede zwischen den beiden Suchgiganten Amazon und Google liegen. Schaut man genauer hin, so findet man eine Menge Gemeinsamkteien aber auch ein paar gravierende Unterschiede.

Inhalt


Der Suchschlitz ist der Einstieg

Beiden Unternehmen ist gemein, dass der Suchschlitz für viele Nutzer der Einstieg in die jeweilige Seite bzw. Suche ist. Googles Startseite besteht fast aus nichts anderem als diesem Suchschlitz.

Google Startseite

Bei Amazon befindet sich dieser oben auf der Seite und auch hier nutzen die meisten Kunden die Amazon Suche, um ein Produkt zu finden beziehungsweise um sich zu informieren.

Amazons Suche

Bei Amazon nutzen nur wenige Nutzer zum Beispiel den Kategoriebaum oder die Elemente der Startseite, um in den Amazon Produkt Katalog einzusteigen. Es kann in beiden Fällen davon ausgegangen werden, dass der Großteil des Traffics über den Suchschlitz und den Suchergebnisseiten (SERP) auf die jeweiligen Internetseiten (Google) bzw. Produkte (Amazon) geführt wird.

Aufbau der Suchergebnisseiten

Eine weitere Gemeinsamkeit erkennt man, wenn man sich die Suchergebnisse anschaut. In beiden fällen erhält man eine Liste von circa einem Dutzend Ergebnissen. Bei Google werden diese in der Regel untereinander dargestellt.

Google SERP Beispiel

Googles Suchergebnisse wurden mit der Zeit immer vielfältiger. Anzeigen (1) waren schon immer Teil von Googles Geschäftsmodell - mehr dazu später. Aber es kamen mit der Zeit weitere Elemente hinzu.

Hier einige Elemente der Google Suchergebnisseite (SERP) im Überblick:

Bezeichnung Beschreibung
Answer Box Hier versucht Google direkt die Antwort aus dem Suchergebnis zu ermitteln
Absatz Google zeigt hier Auszüge aus einer Website an, die das Gesuchte enthält
Aufzählung Hier extrahiert Google aus der jeweiligen Website eine Aufzählung
Tabelle Wie die Aufzählung, nur handelt es sich hier um eine Tabelle
Video Gibt es passende Videos, werden diese direkt in den SERPs angezeigt
Rich Snippets Anzeigen können Ihren Content um "Strukturierte Daten" (z.B. Kundenrezensionen) anreichern. Diese werden dann im Suchergebnis direkt angezeigt
Knowledge Graph Hier zeigt Google direkt die wesentlichen Inhalte, z.B. aus Wikipedia an
Lokale Map Ergebnisse Bei Suchen mit lokalem Bezug zeigt Google eine Karte, z.B. mit Unternehmen in der Umgebung an. Ein Beispiel hierfür sieht man im Screenshot oben
Andere suchten auch Am Ende des Suchergebnisses stehen häufig auch ähnliche Suchanfragen
Bilder Gibt es passende Bilder aus der Bildersuche, dann zeigt Google diese hier auch an
Site Links Bei einigen relevanten Suchergebnissen zeigt Google direkt passende Unterseiten der Seite mit an
Twitter Auch passende Twitter-Ergebnisse werden regelmäßig angzeigt, gerade bei Suchen mit aktuellem Bezug
Nachrichten Gibt es passende aktuelle Nachrichten, so zeigt Google diese direkt an

Auch bei Amazon dominieren noch vertikale Suchergebnisse. Manchmal werden die Ergebnisse jedoch auch in Form von Kacheln zeilenweise dargestellt. Das hängt von der jeweiligen Kategorie ab.

Amazon Suchergebnisseite

Wie man sieht, sind Amazons Suchergebnisse deutlich einfacher gestrikt. Das liegt auch daran, dass bei Amazon fast ausschließlich Produktsuchen stattfinden. Google ist hier breiter aufgestellt und muss eine Vielzahl von Suchintentionen bedienen.

Auch bei Amazon dominieren die Anzeigen, wie z.B. Sponsored Brands (1) oder Sponsored Products (2) Anzeigen.

In beiden Fällen profitieren die Produkte beziehungsweise Suchergebnisse, die sich auf den ersten Plätzen befinden. Diese erhalten einen Großteils des Suchtraffics. Amazon lenkt zusätzliche Aufmerksamkeit auf einzelne Produkte u.a. über Produktbadges. Hat ein Produkt ein Bestseller-Badge oder ein Amazon-Choice-Badge, so erhält dieses Produkt ungleich mehr Besucher, da dieses ein Vertrauenssignal für die Kunden darstellt.

Google Adwords vs. Amazon Advertising

Wie bei Google muss man auch bei Amazon zwischen den organischen und den bezahlten Suchergebnissen unterscheiden beide Firmen nutzen die ersten Ergebnisse, um diese an zahlende Kunden höchstbietend zu versteigern. Beide Firmen greifen hier zu auf das Auktionsverfahren zurück. Und auch bei beiden Firmen erkennt man die Anzeige nur dann, wenn man weiß, worauf man achten muss. Sowohl bei Google als auch bei Amazon nehmen die Anzeigen einen großen Raum ein. Above-the-fold finden meist keine organischen Ergebnisse mehr statt, sondern man muss erst mal nach unten scrollen, um das erste organische (natürliche) Ergebnis zu sehen.

Amazon above the fold

Für beide Firmen ist dies eine wichtige Einnahmequelle. Hier unterscheiden sich die beiden Giganten: für Google sind diese Anzeigen jeher die größte Einnahmequelle. Bei Amazon steht man hier noch am Anfang. Amazon verdient sein Geld nach wie vor hauptsächlich über die Mage beim Einkauf von Produkten, die Amazon auf eigene Rechnung verkauft, oder über die Provision, die Amazon erhält, wenn ein Händler Produkte über die Plattform verkauft. Amazon hat ihr also noch deutliches aufholen Potenzial.

Bezüglich des Targetings ist Google schon deutlich weiter als Amazon. Über Google Ads lassen sich sehr umfassende Targeting-Strategien verfolgen inkl. Retargeting. Amazon steht hier noch am Anfang der Reise, legt hier aber regelmäßig weitere Möglichkeiten nach. So wird es mit Sponsored Display Ads auch erstmals für alle Händler möglich sein, Zielgruppen via Retargeting anzusprechen.

Unterschiede beim Ranking-Algorithmus

Was den Algorithmus angeht, nachdem die Ergebnisse erzielt werden, so gibt es auch hier viele Gemeinsamkeiten.

Bei Google unterscheidet man zwischen sogenannten Onpage- und Off-Page-Faktoren, die über ein Ranking zu einer Suchphrase entscheiden. Unter den Onpage-Faktoren versteht man zum Beispiel das Vorkommen des jeweiligen Suchbegriffes auf der Seite. Wichtige Elemente sind der Seitentitel, die Überschriften und natürlich der Seitentext. Offpage-Faktoren wie z.B. Backlinks nutzt Google, um die Authorität einer Seite zu bewerten. Vereinfacht lässt sich sagen, je mehr Backlinks eine Seite hat, um so bessere Chancen hat diese, höher zu ranken. Zudem nutzt Google sog. Nutzersignale ("Social signals"), um die Qualität einer Seite zu beurteilen. Besucht jemand die Seite aber geht direkt wieder zurück, so kann dies z.B. als negatives Signal gewertet werden.

Bei Amazon ist dies ähnlich. Auch Amazon schaut, ob ein Suchbegriff z.B. im Produkttitkel, den "hidden keywords" (auch "Search Terms" oder "Allgemeine Schlüsselwörter) genannt) vorkommt. Auch Nutzersignale spielen bei Amazon eine große Rolle. Wird ein Produkt häufig gekauft, so hat das Produkt auch hier größere Chancen für bessere Rankings.

Einen großen Unterschied macht hier auch die Rolle von Werbung. Google trennt seinen organischen Index klar vom Werbebereich: Über Anzeigen kann man sein organisches Ranking nicht verbessern. Anders bei Amazon: Hier sorgen Anzeigen und die daraus resultierenden Abverkäufe für mehr Umsatz, was wieder als Nutzersignal gewertet wird und damit auch Einfluss auf das organische Ranking hat.

Fazit

Schaut man genauer hin, so sind die Gemeinsamkeiten der beiden Suchgigangten schon frappierend und ein Blick auf Google zeigt, wohin auch die Reise bei Amazon gehen könnte.

Im folgenden stellen wir die wesentlichen Punkte noch einmal gegenüber:

Beschreibung Google Amazon
Wesentlicher Einstieg in die Suche Suchschlitz Startseite Suchschlitz Startseite
Suchergebnisseite SERPS vertikal angeordnet mit einer Vielzahl von Elementen Vertikal oder horizontal angeordnet mit gleichartigen Produktinfos
Positionierung Werbung Oben (above-the-fold) und unten in den Suchergebnissen Oben (above-the-fold) und unten in den Suchergebnissen
Targeting Möglichkeiten Werbung Umfassend (Noch) begrenzt
Einfluss Werbung auf organischen Index Nicht vorhanden Vorhanden
Sortierung Suchergebnisse Relevanz, Authorität, User-Signale (Klick- und Leserverhalten) Relevanz, User-Signale (Umsatz)
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