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Amazon FBA Kosten: So viel kostet der Versand durch Amazon

22.12.2021 • Lesezeit: ca. 21 min • von Trutz Fries

Amazon Händler können entweder ihre Artikel im Eigenversand an die Kunden versenden, oder auf das Versandprogramm “Fulfillment by Amazon”, kurz FBA, zurückgreifen. Nutzen Amazon Seller das FBA-Programm, so übernimmt Amazon die Lagerhaltung, Vorbereitung und Verpackung der Waren, sowie den Versand an die Kunden. Darüber hinaus kümmert sich Amazon um den Kundenservice und wickelt Retouren ab.

Oft werden Amazon FBA-Gebühren nur auf die Versandkosten und Lagergebühren beschränkt. Wir zeigen Ihnen in diesem Artikel, welche Kosten zusätzlich anfallen und wie Sie diese bei der Kalkulation berücksichtigen. Alles weitere über den Versand durch Amazon erfahren Sie in unserem Artikel zum Thema Amazon FBA.

Amazon FBA Versandkosten

Die Versandkosten sind abhängig von den Abmessungen, dem Gewicht (aufgerundet auf das nächste Gramm) und dem Lagerort des Artikels. Zusätzlich unterscheidet Amazon zwischen Medien- und Nicht-Medien Artikeln. Medien-Artikel sind alle Produkte, die zu den folgenden Produktgruppen gehören: Bücher, Musik, Videos, DVDs, Software und Videospiele.

Amazon berechnet für jeden versandten Artikel einmal Versandkosten. Bestellt ein Kunde also viermal den gleichen Artikel, zahlen Sie, unabhängig davon, ob Amazon diese in einem Versandkarton an den Kunden liefert, auch viermal Versandkosten.

Versandkosten ab dem 31.03.3033
Versandkosten ab dem 31.03.2022

In der Tabelle sehen Sie die lokalen Versandgebühren in Abhängigkeit von der Größe und dem Gewicht. Die Änderungen in Prozent gibt die die Preiserhöhung von alten Versandkosten (20.11.2021) und den neuen Versandkosten (31.03.2022) an. Alle Versandgebühren finden Sie auch in Seller Central (opens new window)

In diesem Artikel beziehen wir uns auf die neuen Versandkosten, die ab dem 31.03.2022 gelten. Die alten Versandkosten können Sie in diesem Dokument (opens new window) nachlesen.

Änderung der Versandgebühren für Amazon FBA

Zum 8. Juni 2021 hat Amazon die Versandgebühren für die Programme Europäisches Versandnetzwerk (EFN) und Pan-Europäischer Versand (Pan-EU) angepasst. Zum einen streicht Amazon die Anpassung des Verpackungsgewicht an das Artikelgewicht und zum anderen wurden die Gewichtsgrenzen von einzelnen Größenklassen aktualisiert.

Durch die Anpassung bezüglich des Verpackungsgewichts können Amazon Seller einfacher die Versandgebühren berechnen. Bis zum 8. Juni 2021 wurde das Verpackungsgewicht zum Stückgewicht addiert, um das endgültige Gewicht des Pakets zu bestimmen. Seit dem 8. Juni wird das Verpackungsgewicht nicht mehr zum Artikelgewicht addiert. Stattdessen werden die Kosten für den Artikel nur noch abhängig vom Gewicht und den Abmessungen berechnet. Die Änderungen machen sich nicht in den Gebühren bemerkbar, allerdings wird die Kalkulation einfacher.

Hier ein Beispiel zum besseren Verständnis:

Vor dem 8. Juni Seit dem 8. Juni
Abmessungen 20 x 10 x 2 cm 20 x 10 x 2 cm
Artikelgewicht 170 g 170 g
Verpackungsgewicht 40 g -
Versandgewicht 170 + 40 g 170 g
Versandgebühr 2,01 € 2,01 €

Zum 31. März 2022 ändert Amazon die Versandgebühren erneut. Amazon erhöht die Versandkosten und führt neue Größen- und Gewichtsklassen ein. Alle europäischen Marktplätze (Vereinigtes Königreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Schweden, Niederlande, Polen, Spanien) sind betroffen.

Bezüglich der Größen- und Gewichtsklassen reduziert Amazon die Höhe des großen Versandumschlags von 5 cm auf 4 cm. Außerdem wird ein neuer “extragroßer Umschlag” eingeführt (bis zu 6 cm Höhe).

Abmessungen des extragroßen Umschlags
Abmessungen des extragroßen Umschlags

Das “kleine Paket” mit den Abmessungen 35 cm x 25 cm x 12 cm und einem Gewichtsbereich von 150 Gramm bis 3,9 Kilogramm ist eine neue Größenklasse.

Abmessungen des kleinen Pakets
Abmessungen des kleinen Pakets

Nutzen Amazon Seller das Programm “Europäisches Versandnetzwerk” anstatt “Mitteleuropa”, müssen sie für jede versendete Einheit eine Strafzahlung bezahlen. Die Strafzahlung wird zum 31. März 2022 von 0,35 Euro auf 0,25 reduziert. Die Strafgebühr bei Small and Light Produkten wurde zum 8. Juni 2021 von 0,30 auf 0,25 Euro reduziert.

Einführung eines Volumengewichts

Ab dem 31.03.2022 berechnet Amazon bei Produkten in Standard- und Übergröße den jeweils höheren Wert des Stück- oder Volumengewichts, um die Gewichtsklasse eines Produktes zu bestimmen.

Um das Volumengewicht zu berechnen, multiplizieren Sie die Abmessungen eines Produkts miteinander (Volumen), und teilen es durch den Wert 5.000. Laden Sie in Seller Central (opens new window) den Bericht zu den monatlichen Lagergebühren herunter und suchen nach der FNSKU des gewünschten Produkts. In den Feldern longest-side, median-side und shortest-side finden Sie die Produktabmessungen. Setzen Sie diese in die Formel ein und bestimmen das Ergebnis des Volumengewichts.

Hier sehen Sie ein Beispiel von Amazon:

Abmessungen des kleinen Pakets
Abmessungen des kleinen Pakets

Das Beispiel vergleicht eineafn großen und leichten Karton mit einem gleich schweren aber eher länglichen Karton, der schmal und flach ausfällt. Der große aber leichte Karton wird mit Hilfe der Volumenformel in eine schwere Gewichtsklasse verschoben. Somit werden große Produkte, die aber leicht sind, mit den Änderungen bestraft. Mehr Informationen erhalten Sie in Seller Central (opens new window)

Versand im Inland

Die Höhe der Versandkosten hängt nicht nur von den Abmessungen und dem Gewicht des Produkts ab, sondern auch vom Lagerprogramm und dem Land, in welches der Artikel verschickt wird. Für den lokalen Versand innerhalb Deutschland bezahlen z.B. Sie 1,80 Euro, für den grenzüberschreitenden Versand nach Frankreich 4,73 Euro. Alle weiteren Versangebühren finden Sie in Seller Central (opens new window)

Verschicken Sie Pakete in Übergröße, dann müssen Sie in manchen Ländern einen Zuschlag bezahlen. Eine Einheit entspricht Übergröße, wenn diese schwerer als 12 kg, länger als 45 cm, breiter als 34 cm oder höher als 26 cm ist. Der Zuschlag für Pakete in Übergröße beträgt im Vereinigten Königreich 0,85 Pfund, in Frankreich 2,06 Euro und in Italien und Spanien 2 Euro. In Deutschland, der Niederland und in Polen müssen Sie keinen Zuschlag bezahlen. Der Zuschlag wird zu den lokalen Versandkosten hinzugerechnet.

Grenzüberschreitender Versand

Beim grenzüberschreitenden Versand verschicken Sie Ihre Artikel an Kunden außerhalb des Lagerlandes. Sie lagern z.B. Ihre Ware in Deutschland, aber verschicken einen Artikel an einen Kunden in Italien. Die Kosten für grenzüberschreitende Lieferungen finden Sie in Seller Central (opens new window)

Small and Light

“Small and Light” ist ein Amazon FBA Programm speziell für kleine und leichte Produkte mit einem Preis von unter 10 Euro (einschließlich Umsatzsteuer). Die Preisgrenze für die Berechtigung als “Small and Light”-Einheit wird zum 31.03.2022 auf den Marktplätzen Frankreich, Italien und Spanien auf 11 Euro erhöht. Produkte, die mit dem Programm “Small and Light” versendet werden, müssen einige Vorgaben erfüllen. Die Artikel müssen kleiner als 35 cm x 25 cm x 12 cm sein, leichter als 400 g sein, max. 10 Euro bzw. 11 Euro kosten und in den letzten vier Wochen mind. zehn mal verkauft worden sein.

Folgende Artikel sind nicht für das Programm berechtigt:

  • Produkte, die auch nicht bei Amazon FBA verkauft werden dürfen. Hier (opens new window) finden Sie ein Auflistung der Produkte
  • Erotik-Artikel
  • FSK-18-Produkte
  • E-Zigaretten oder verwandte Produkte
  • Gefahrgut-Artikel
  • Produkte, die bei der Lieferung eine Unterschrift oder eine Alterszertifizierung erfordern
  • temperaturempfindliche Produkte (z.B. Schokolade) im Zeitraum vom 1. Mai bis 14. Oktober
  • bestehende Produktangebote mit “Versand durch Amazon”, die Hersteller-Strichcodes anstelle von Amazon-Strichcodes zur Sendungsverfolgung verwenden

Änderungen der Versandgebühren für Amazon Small and Light

Zum 31.03.2022 ändert Amazon die Preise und führt neue Größen- und Gewichtsklassen ein. In Deutschland liegt die Erhöhung bei ca. 12 Prozent. Beim grenzüberschreitenden Versand (EFN) fallen die Veränderungen geringer aus (im Durchschnitt 5 Prozent).

Als neue Gewichts- und Größenklassen führt Amazon den “extragroßen Briefumschlag” sowie das “kleine Paket” ein. Das Gewicht und die Abmessungen können Sie der Tabelle entnehmen. Zukünftig wird Amazon zwischen Briefumschlägen mit der Höhe von max. 4 cm (“großer Briefumschlag”) und 6 cm (“extragroßer Briefumschlag”) unterscheiden.

Die Versandkosten für “Small and Light-Produkte” sind besonders günstig, jedoch fällt bei einer Lagerung nur in Deutschland (EFN-Programm) eine Strafgebühr i.H.v. 0,25 Euro pro verkaufter Einheit an. Ansonsten gelten die folgenden Versandkosten:

Versandkosten im 'Small and Light'-Programm
Versandkosten im 'Small and Light'-Programm

In der Tabelle sehen Sie die Versandkosten für das Programm “Small-and-Light”. Die prozentuale Änderung gibt die Preiserhöhung der Kosten zum 31.03.2022 an.

Im Vergleich zum herkömmlichen Versand durch Amazon sind die Preise mit “Small and Light” attraktiv:

Versandverpackung Small and Light (Programm Mitteleuropa) Versand durch Amazon
kleiner Briefumschlag 1,12 € 1,80 €
Standard-Briefumschlag 1,29 € / 1,49 € 1,98 € / 2,12 €
Großer Briefumschlag 2,17 € 2,60 €

Versandkosten minimieren

Achten Sie bereits bei der Herstellung der Produkte darauf, wie diese später verpackt werden. Lassen sich die Artikel z.B. falten oder rollen? So reduzieren Sie unnötiges Gewicht und Volumen.

Außerdem können Sie neben Einzelpaketen auch Mehrfachpacks anbieten, wenn Ihre Artikel von Kunden pro Bestellung direkt mehrfach bestellt werden. Die Mehrfachpacks liefern Sie direkt fertig verpackt an Amazon.

Schlussendlich müssen Sie abwägen, ob der Versand durch Amazon oder der Eigenversand profitabler ist. Viele Amazon Seller entscheiden sich vor allem bei großen Artikeln für den Eigenversand.

Amazon FBA Lagerkosten

Die Lagerkosten, die Sie an Amazon für die Lagerung in einem der Logistikzentren zahlen, sind unabhängig vom Lagerprogramm. Die Kosten berechnen sich anhand der Größe der eingelagerten Waren. Um genauer zu sein, berechnen sich die Lagergebühren anhand des täglichen durchschnittlichen Lagervolumens in Kubikmetern.

Lagergebühr pro Kubikmeter vor und nach dem 31.03.2022
Lagergebühr pro Kubikmeter vor und nach dem 31.03.2022

Mehr Informationen über die Amazon FBA Lagerkosten finden Sie in Seller Central (opens new window)

Amazon Seller bezahlen die Lagerkosten monatlich, aber nur für die Tage, an denen Waren eingelagert sind. Haben Sie ein Produkt für einen Monat nicht auf Vorrat im Amazon Lager, dann bezahlen Sie für das Produkt auch keine Lagerkosten. Die Gesamtkosten der Lagerung hängen also davon ab, wie schnell es Ihnen gelingt, ein Produkt zu verkaufen.

Wir erklären an einem Beispiel, wie Sie die Lagerkosten berechnen: Gehen wir von einem Artikel aus, der 200 mal im Monat verkauft wird. Damit immer genug Ware auf Vorrat im Amazon Lager ist, wollen wir für 2,5 Monate Ware vorhalten, also 500 Einheiten. Der Artikel hat ein Volumen von 0,2 m x 0,2 m x 0,1 m = 0,004 m³. 500 Exemplare belegen also einen Raum von 500 x 0,004 = 2m³. Liegen die 2,5 Monate in der Nebensaison (Januar bis September), so müssen wir im Schnitt für 1m³ = 27,82 Euro pro Monat an Amazon zahlen. Insgesamt belaufen sich die Lagerkosten daher auf 2,5 x 27,82 Euro = 69,55 Euro oder 0,14 Euro pro Stück. Eine solche Rechnung sollten Sie für jedes Produkt vornehmen.

Langzeitlagergebühr

Lagern Sie Produkte ein Jahr oder länger in einem Amazon Logistikzentrum, dann müssen Sie zusätzlich zur Lagergebühr eine Langzeitlagergebühr zahlen. Für Nicht-Medien Artikel beträgt die Gebühr 170 Euro pro Kubikmeter, für Medien-Artikel entweder genauso viel oder 0,10 Euro pro Einheit. Das Prüfdatum des Lagerbestands ist jeweils der 15. des Monats.

Klicken Sie in Seller Central unter “Lagerbestand” auf “Lagerbestandsplanung” und anschließend auf “Zustandsüberblick Ihres Lagerbestands verwalten (überschüssiger Bestand und Altbestand”, um eine Übersicht Ihres Überbestands und die zu erwarten Langzeitgebühren zu erhalten.

Übersicht des Überbestands in Seller Central
Übersicht des Überbestands in Seller Central

Amazon führt zum 15.05.2022 eine weitere Langzeitlagergebühr ein, die Lagerbestand betrifft, welcher zwischen 331 und 365 Tagen in Amazons Fulfillment Center gelagert wird.

Amazons neue Langzeitlagergebühr
Amazons neue Langzeitlagergebühr

Überbestandsgebühren

Seit dem 1. August 2021 wird eine Überbestandsgebühr erhoben, wenn Ihr Lagerbestand in den Amazon Logistikzentren das Lagerbestandsmaximum an einem Tag im Monat überschreitet. Die Gebühr fällt zusätzlich zu den monatlichen Lagerkosten und der Langzeitlagergebühr an. Die Gebühr fällt auch dann an, wenn Ihr Lagerbestand anschließend wieder verringert wurde und wird ebenfalls monatlich berechnet. Sie bezahlen 320 Euro pro Kubikmeter Überbestand.

Auf Amazon (opens new window) finden Sie ein Beispiel, wie Sie Ihre Überbestandsgebühren berechnen können.

Klicken Sie in Seller Central unter “Lagerbestand” auf “Lagerbestandsplanung” und anschließend auf “Zustandsüberblick Ihres Lagerbestands verwalten (überschüssiger Bestand und Altbestand)”, um eine Übersicht des Überbestands zu erhalten.

Amazon FBA Retourenkosten

Im Online-Handel kommt es oft vor, dass Kunden nicht zufrieden sind mit dem bestellten Produkt und dieses wieder zurücksenden. Wird ein Artikel retourniert, kümmert sich Amazon um die gesamte Rückabwicklung.

Klicken Sie unter “Berichte”, auf “Zahlungen”, auf “Tranksaktionsansicht” und anschließend auf “Transaktionen suchen”, um genau nachvollziehen zu können, welche Beträge Amazon Ihnen zuerst erstattet und dann wieder berechnet hat.

Transaktionsdetails
Transaktionsdetails

Ansonsten bekommen Amazon Seller nichts von einer Retoure mit. Amazon zieht Ihnen den Umsatz wieder vom Konto ab und behält 20 Prozent der Verkaufsgebühr ein. Ansonsten fallen keine weiteren Kosten an.

Bearbeitungsgebühr für Retouren

In den Kategorien Bekleidung, Schuhe, Handtaschen, Uhren und Schmuck bietet Amazon den Kunden kostenlose Rücksendungen an. Für die Kosten der Retoure müssen Amazon Händler aufkommen und bezahlen eine sog. “Bearbeitungsgebühr für Warenrücksendungen”. Amazon hat die Bearbeitungsgebühr zum 1. März 2021 angepasst. Die Gebühr wurde in den Kategorien Bekleidung, Schuhe und Handtaschen auf 50 Prozent gesenkt. In den Kategorien Uhren und Schmuck entfällt sie ganz. Die neue Regelung gilt seit dem 1. März 2021 auf den Amazon Marktplätzen der EU und im Vereinigten Königreich.

Beträgt die Versandgebühr 2,40 Euro, dann mussten Amazon Händler vor dem 1. März 2021 bei einer Kundenretoure 2,40 Euro Bearbeitungsgebühr an Amazon zahlen. Seit dem 1. März zahlen sie nur noch 1,20 Euro.

Aufbereitungsservice

Amazon bietet für retournierte Artikel, die nicht im wiederverkaufbaren Zustand sind, den sog. “Versand durch Amazon-Aufbereitungsservice” an. Dabei versetzt Amazon Retouren wieder in einen verkaufbaren Zustand, wenn die Einheiten dafür nur geringfügig aufbereitet werden müssen.

Sendet ein Kunde bspw. ein Produkt zurück, bei dem die Verpackung beschädigt oder beim Ausprobieren Fingerabdrücke hinterlassen wurden, das sich aber ansonst in einem einwandfreien Zustand befindet, prüft und reinigt Amazon das Produkt, bereitet es auf und verpackt es neu.

Klicken Sie unter “Einstellungen” auf “Versand durch Amazon” und anschließend auf “Aufbereitungseinstellungen”, um den Service zu aktivieren oder zu deaktivieren. Allerdings ist der Service nicht für alle Produkte verfügbar.

Aufbereitungsservice aktivieren oder deaktivieren
Aufbereitungsservice aktivieren oder deaktivieren

Falls ein Produkt neu verpackt werden muss, fallen die üblichen Versandgebühren an (siehe Abschnitt Versandkosten).

Kalkulation von Retouren

Je nachdem welche Produkte Sie auf Amazon verkaufen, wird ein bestimmter Prozentsatz vom Kunden immer retourniert und ist häufig nicht mehr für den Wiederverkauf geeignet. Die Quote nicht verkäuflicher Retouren hat einen wesentlichen Einfluss auf die Profitabilität Ihres Amazon Geschäfts. Sie sollten in der Kalkulation Ihrer Verkaufspreise die Kosten der Retouren überschlagen und berücksichtigen.

Beachten Sie, dass Amazon Ihnen bei einer Retoure nur 80 Prozent der Verkaufsprovision erstattet. Hinzu kommen mögliche Remissions- und Entsorgungskosten. FBA-Kosten werden nicht erstattet.

Dazu ein vereinfachtes Beispiel: Angenommen ein Produkt hat eine Retourenquote von 5 Prozent und die Retouren sind nicht wiederverkäuflich. Amazon behält dann von jeder retournierten Bestellung den Umsatz ein und erstattet Ihnen 80 Prozent der Verkaufsgebühr. Zusätzlich werden alle Retouren entsorgt und es fällt eine Entsorgungsgebühr von 0,25 Euro pro Entsorgung an:

pro Stück pro Monat Gesamt
Verkaufte Menge 1 200 1000
Verkaufspreis brutto 16,90 € 3.380,00 € 16.900,00 €
Mehrwertsteuersatz 19,00 % 19,00 % 19,00 %
Verkaufspreis netto 14,20 € 2.840,00 € 14.202,00 €
Amazon Verkaufsprovision (15%) -2,13 € -426,00 € -2.130,00 €
FBA-Gebühr -3,00 € -600,00 € -3.000,00 €
Lagergebühr (0,1m³) -0,26 € -52,00 € -260,00 €
Stückkosten -5,37 € -1.074,00 € -5.370,00 €
Deckungsbeitrag vor Retouren 3,44 € 688,00 € 3.442,00 €
Retourenanteil 5,00 % 5,00 % 5,00 %
erstattete Verkaufsprovision (80%) 0,09 € 17,04 € 85,20 €
erstatteter Netto-Umsatz -0,71 € -142,00 € -710,00 €
Kosten der Entsorgung (0,25€) -0,01 € -2,50 € -12,50 €
Deckungsbeitrag nach Retouren 2,81 € 560,54 € 2.804,50 €
  • Verkaufspreis netto = Verkaufspreis brutto : 1,19 (Mehrwertsteuer)
  • Amazon Verkaufsprovision = Verkaufspreis netto x 0,15 (Verkaufsprovision)
  • FBA-Gebühr = fixer Betrag
  • Lagergebühr: 1m³ kostet 26€, somit kostet 0,1m³ 0,26€
  • erstattete Verkaufsprovision = Verkaufsprovision x Retourenanteil x erstattete Verkaufsprovision (80%)
  • erstatteter Netto-Umsatz: Verkaufspreis-Netto x Anzahl Retouren (50)
  • Kosten der Entsorgung = Entsorgungsgebühr x Retourenanteil
  • anteilige Produktkosten = Stückkosten x Retourenanteil

Das Beispiel geht davon aus, dass der Verkaufspreis stabil ist. Doch gerade aufgrund des hohen Wettbewerbs ist das nicht immer gewährleistet. Zusätzlich entstehen noch Gemeinkosten, die im Rahmen Ihres Geschäftes entstehen. Das Beispiel macht jedoch deutlich, dass der Deckungsbeitrag trotz eines vielfach höheren Verkaufspreises deutlich niedriger ausfällt als ggf. anfangs vermutet. Eine gute Kalkulation ist daher die Grundlage für langfristigen Erfolg auf Amazon. Planen Sie genug Puffer ein, damit auch im Falle eines Preisdrucks noch ausreichend Marge für Sie übrig bleibt und Sie diese nutzen können, um Ihre Produkte zu bewerben.

Sonstige Kosten

Sendet ein Kunde einen Artikel zurück, prüft Amazon, ob dieser wieder verkauft werden kann. Wenn Amazon einen retournierten Artikel als “nicht mehr für den Verkauf geeignet” einstuft, müssen Sie diesen entweder zurücknehmen oder vernichten lassen. Nun unterscheidet Amazon noch, wer die Verantwortung für den Zustand eines Artikels übernimmt. Amazon übernimmt die Verantwortung für Artikel, die im Lager oder beim Versand beschädigt oder verloren gegangen sind. In diesen Fällen erstattet Amazon Ihnen den Artikelpreis abzüglich der Gebühren für Amazon FBA und der lokal geltenden Umsatzsteuer. In allen anderen Fällen müssen Sie die Remissionskosten bezahlen und den Artikel zurücknehmen.

Remissionskosten

Die Kosten der Remissionen hängen von Gewicht, Größe sowie dem Lagerort des Artikels ab. So ist z.B. eine lokale Remission günstiger als eine grenzüberschreitende Remission.

Kosten für Remissionen
Kosten für Remissionen

Beachten Sie, dass wenn Sie das Programm “Pan-Europäischer Versand” verwenden, weiterhin die lokale Gebühr berechnet wird, wenn die Zieladresse der Remission im Vereinigten Königreich, in Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien liegt.

Hin und wieder (vor dem Weihnachtsgeschäft) bietet Amazon für kurze Zeiträume kostenlose inländische Remissionen an. Es bietet sich dann an, Überbestände, die sich nur sehr schleppend verkaufen, zurückzuholen. So können Sie Überbestandsgebüren und Langzeitlagergebühren verhindern.

Da Amazon zum 31. März 2022 die Kosten der Remission erhöht, ist es sinnvoll, davor den Lagerbestand noch zu den alten Kosten zurück zu holen. Das ist möglich, auch wenn die Ware erst nach dem 31.03.2022 ankommt.

Kosten der Entsorgung

Können Artikel weder wiederverkauft, noch remittiert werden, müssen die Artikel von Amazon entsorgt werden. Die Kosten der Entsorgung zahlen die Amazon Händler.

Amazon entsorgt bspw. Artikel, wenn sie unter folgende Gründe fallen:

  • der Artikel birgt ein Sicherheitsrisiko, Gesundheitsrisiko oder Haftungsrisiko
  • Gefahrgüter: Einheiten, die gefährliche Chemikalien oder brennbare Substanzen enthalten
  • Produkte mit zerbrochenem Glas
  • geöffnete Körperpflege- oder Erotikartikel
  • Verbrauchsprodukte, wie z.B. Lebensmittel
  • Artikel mit Mindesthaltbarkeitsdatum
  • Babyprodukte, wie z.B. Schnuller, Flaschen, Babyphones

Die Entsorgung von Artikeln wird nach Gewicht und Größe berechnet. Es fallen zwischen 0,32 Euro für sehr leichte und kleine und 6,47 Euro zuzüglich 0,65 Euro pro zusätzliches Gewicht ab 5 Kilogramm an.

Kosten der Entsorgung
Kosten der Entsorgung

Amazon Verpackung der Produkte

Vor dem Versand an Amazon müssen Händler ihre Artikel nicht nur verpacken, sondern auch etikettieren, damit die Produkte im Amazon Fulfillment Center aufgenommen werden können. Amazon bietet an, die Verpackung der Produkte sowie die Etikettierung gegen eine Gebühr zu übernehmen. Beachten Sie, dass der Service nicht zwingend notwendig ist. Händler können die Arbeitsschritte weiterhin eigenständig durchführen.

Vorbereitungsservice

Wenn Amazon Händler ihre Produkte nicht selbst für den Versand an den Kunden vorbereiten möchten, können sie diese Aufgabe an Amazon übergeben. Amazon verpackt die Artikel in z.B. Folienbeutel oder Luftpolsterfolie und Amazon Händler bezahlen eine Gebühr im Gegenzug.

Small and Light Umschlag Paket Übergröße
Verpacken in Folienbeutel 0,35 € 0,35 € 0,50 € 0,80 €
Verpacken in Luftpolsterfolie 0,45 € 0,45 € 0,75 € 1,20 €
Verschließen mit Klebeband 0,25 € 0,25 € 0,45 € 0,65 €
Verpacken in blickdichtem Folienbeutel 0,35 € 0,35 € 0,40 € 0,50 €

Sie geben beim Erstellen des Anlieferplans an, ob Sie auf den Service zurückgreifen möchten und Amazon gibt Ihnen eine Schätzung der auf Sie zukommenden Gebühren an. Um den Vorbereitungsservice zu aktivieren wählen Sie ein Produkt aus, welches vorbereitet werden soll. Wählen Sie “Amazon” im Feld “Vorbereitung durch” aus. Verpacken Sie Ihre Artikel eigenständig, wählen Sie “Verkäufer” aus.

Voraussetzungen, um den Service nutzen zu können:

  • Zustand des Artikels: beliebig (neu, gebraucht, Sammlerstück, generalüberholt)
  • Produkttyp: beliebig (Medien- oder Nicht-Medien-Artikel)
  • ASIN: jede Einheit muss mit einem scanbaren Strichcode-Etikett versehen sein. Der Strichcode muss klar und deutlich lesbar sein

Weitere Informationen zum Vorbereitungsservice finden Sie in Seller Central (opens new window).

Etikettierung der Produkte

Jeder im Amazon eingelagerte Artikel muss über einen scanbaren Barcode oder Strichcode verfügen. Welcher Barcode für Sie in Frage kommt, hängt u.a. davon ab, ob Sie Amazon erlauben, Ihre Produkte mit gleichartigen Produkten anderer Verkäufer zu mischen. Bei dem sog. “gemischten Lagerbestand” lagert Amazon gleichartige Produkte von unterschiedlichen Händlern in einer Lagerfläche. Nutzen Sie den “gemischten Lagerbestand”, dann müssen Sie einen Original Barcode (EAN/GTIN) an den Paketen anbringen. Entscheiden Sie sich gegen den “gemischten Lagerbestand”, muss jedes Produkt den von Amazon definierten Barcode basierend auf der zum Produkt gehörenden FNSKU (Fulfillment Network SKU) tragen. Amazon vergibt für jede SKU eine eindeutige Bezeichnung, damit das Produkt im Lager eindeutig identifiziert werden kann. Die SKU wird von Ihnen festgelegt, die FNSKU von Amazon.

Um sich die Arbeit des Etikettierens zu ersparen, empfehlen wir Ihnen, die passenden Barcodes im Rahmen der Herstellung direkt durch den Hersteller anbringen zu lassen. Alternativ übernimmt Amazon die Aufgabe des Etikettierens, allerdings müssen Sie im Gegenzug eine Gebühr bezahlen:

Small and Light Umschlag Paket Übergröße
0,09 € 0,15 € 0,25 € 0,36 €

Wie überwache ich meine Amazon FBA Ausgaben?

Die Überwachung Ihrer Amazon FBA Kosten ist entscheidend für Ihren Erfolg auf Amazon. Mit unserem Amazon Seller Tool (opens new window) und Amazon Vendor Tool (opens new window) AMALYTIX ist das möglich.

AMALYTIX zeigt Ihnen je Produkt, wie hoch z.B. die Versandkosten je Einheit sind:

Amazon Profitabilität auf Produktebene
Amazon Profitabilität auf Produktebene

AMALYTIX errechnet darüber hinaus anhand der Verkaufsgeschwindigkeit die Reichweite Ihres Lagerbestands in Tagen, zeigt Ihnen, welche Produkte die höchsten Lagerkosten verursachen, wo ggf. Langzeitlagergebühren drohen und vieles mehr. Wir überprüfen täglich, ob sich etwas an Ihrem Lagerbestand ändert. Falls ja, erhalten Sie automatisch einen Hinweis und behalten somit jeden Tag den vollen Überblick.

Amazon Lagerreichweite auf Produktebene
Amazon Lagerreichweite auf Produktebene

Fazit

Beim Verkaufen auf Amazon müssen Amazon Seller unterschiedliche Kosten in der Kalkulation berücksichtigen. Alle Kosten sollten in den Verkaufspreis eingepreist werden, um diese zu decken.

Beachten Sie, dass Amazon Seller nach dem Brexit beim Verkauf zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich unterstützen möchte und deswegen einen Rabatt von 20 Prozent auf die Gebühren für das Europäische Versandnetzwerk anbietet. Der Rabatt ist beginnend vom 31. März 2022 für ein Jahr gültig.

Je nachdem, welche Aufgaben Amazon Seller eigenständig übernehmen oder an Amazon abgeben, fallen unterschiedlich hohe Kosten an. Vergleichen Sie z.B. die Preise des Etikettierens durch den Hersteller Ihrer Produkte mit den Preisen von Amazon, um abzuwägen, welcher Preis günstiger ist.

Ob sich die Versandoption “Fulfillment by Amazon” für Sie lohnt, hängt stark von den Gebühren und Kosten ab. Amazon Seller müssen individuell abwägen, ob sich der Service lohnt oder nicht. Nicht zu unterschätzen ist der Vorteil, dass Sie mit FBA die Verantwortung für den Versand an Amazon abtreten. Eine Kontoschließung aufgrund schlechter Versandperformance wird mit FBA weniger wahrscheinlich. Auch die ggfs. bessere / schnellere Verfügbarkeit könnte zu Mehrumsätzen führen, die Sie im Eigenversand ggfs. nicht haben.

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