Welche SKU hat im letzten Quartal den meisten Umsatz gebracht? Und welchen Anteil kosten Verkaufsgebühren und FBA-Versand? Die Antworten stecken in Ihren Zahlungsdaten, Zeile für Zeile. Eine Excel-Datei und eine Pivot-Tabelle reichen. Ein teures Tool brauchen Sie dafür nicht.

Die Daten bekommen Sie auf zwei Wegen: aus Seller Central über den Transaktionsbericht oder den Settlementbericht (Abrechnung), oder aus AMALYTIX über den Bericht „Zahlungen / Transaktionen“. Amazons Berichte stehen nur Sellern zur Verfügung, nicht Vendoren.

In Excel bauen Sie daraus drei Auswertungen: Umsatz je SKU und Monat, Kosten als Anteil am Umsatz sowie den Umsatz je verkaufter Einheit und Land als berechnetes Feld. Für erste Analysen und kleinere Datenmengen kommen auch kostenlose Amazon Tools infrage, bevor Sie in professionelle Tools investieren.

Transaktions- oder Settlementbericht aus Seller Central herunterladen

Ein frei gewählter Zeitraum oder genau eine Abrechnung: Der Zeitraum entscheidet, welchen der beiden Zahlungsberichte Sie brauchen.

Der Transaktionsbericht für einen Datumsbereich. Sie finden ihn unter Finanzen › Finanzberichte im Berichtsrepository. Als Art des Berichts wählen Sie „Transaktion“. Im klassischen Menü liegt das Berichtsrepository unter Zahlungen. Sie wählen einen Monat oder einen eigenen Zeitraum, bis zu 365 Tage pro Bericht und zurück bis 2012. Das Ergebnis ist eine CSV-Datei; die Erstellung kann bis zu drei Stunden dauern. Den Übersichtsbericht als PDF können Sie für die Excel-Auswertung beiseitelassen.

Der Settlementbericht (Abrechnung). Er deckt genau einen Abrechnungszeitraum ab. Sie laden ihn in der Übersicht aller Abrechnungen herunter (im englischen Seller Central „All Statements“). Amazon bietet drei Formate an: XML, Flat File und Flat File V2. Nehmen Sie Flat File V2. Die Datei ist durch Tabulatoren getrennt und lässt sich gut in Excel öffnen. Auch über die SP-API (Selling Partner API) ist nur noch der Settlementbericht V2 vorgesehen; er ersetzt die alten Formate Flat File und XML. Amazon erstellt diese Berichte selbst nach einem festen Plan; anfordern können Sie sie nicht.

Für eine Pivot-Tabelle zählen in der Flat File V2 vor allem diese Spalten:

SpalteInhalt
transaction-typeArt der Transaktion
order-idBestellnummer
amount-typeübergeordnete Art des Betrags
amount-descriptiongenaue Art des Betrags, z.B. Principal, Commission, FBAPerUnitFulfillmentFee, ShippingChargeback
amountBetrag
skuIhre SKU
quantity-purchasedMenge

Die Tabelle gilt für den Settlementbericht. Der Transaktionsbericht für einen Datumsbereich hat andere Spalten: Die Menge steht dort in „Stückzahl“, die Verkaufsgebühr in „Verkaufsgebühren“. Alle Spalten nennt Amazon auf der Hilfeseite Zahlungszeitraum Transaktions- und Übersichtsberichte. Sie können je nach Land abweichen.

Die Spaltennamen stammen aus Amazons Dokumentation. Im deutschen Seller Central können einzelne Bezeichnungen abweichen. Principal ist der Verkaufspreis, Commission die Verkaufsgebühr. Was hinter den einzelnen Gebühren steckt, erklärt unser Artikel zu Seller-Gebühren und Gutschriften. FBAPerUnitFulfillmentFee ist die Versandgebühr pro Einheit bei FBA; die Höhe finden Sie im Artikel zu den Kosten von Fulfillment by Amazon.

Achten Sie beim Import auf das Komma in „95,00“: Auf den EU-Marktplätzen schreibt Amazon Beträge im lokalen Format mit Dezimalkomma.

Neu seit 2026: zurückgehaltene Zahlungen

Für manche Seller hält Amazon Auszahlungen bis kurz nach der Lieferung zurück (Reserve auf Basis des Lieferdatums, sieben Tage nach Lieferung). Für diese Seller enthalten Transaktionsberichte ab Daten vom 1. Januar 2025 auch zurückgestellte und freigegebene Transaktionen. Dazu kommen zwei neue Spalten: „Transaktionsstatus“ und „Freigabedatum der Transaktion“. Amazon hat die Änderung zwischen dem 23. März und Ende Mai 2026 eingeführt.

Sie wollen nur bereits freigegebene Beträge auswerten? Dann filtern Sie nach dem Status. Wie Sie die Zahlen in der Buchhaltung behandeln, lesen Sie im Artikel zu Buchhaltung und Steuern für Amazon-Händler.

Zahlungen aus AMALYTIX exportieren

Sie wollen den Umsatz je SKU und Monat selbst aufschlüsseln? In AMALYTIX können Sie fast alle erhobenen Daten als CSV-Datei exportieren und in Excel auswerten. So beantworten Sie auch Fragen, für die es im Tool keine Ansicht gibt.

Öffnen Sie „Berichte“ und wählen Sie über „Neuen Bericht erstellen“ den Bericht „Zahlungen / Transaktionen“. Darin stehen Zahlungen aus Verkäufen, Erstattungen, Gebühren und PPC. Soll der Export regelmäßig zu bestimmten Zeitpunkten laufen, nutzen Sie „Bericht planen“. Mit „Offset von“ und „Offset bis“ stellen Sie den Zeitraum ein. Den fertigen Bericht laden Sie als CSV-Datei herunter.

Jede einzelne Umsatz- oder Kostenposition steht in einer eigenen Zeile. Drei Spalten beschreiben die Art der Position:

  • Type 1 ist die Art des Ereignisses, z.B. eine Bestellung („Shipment“) oder eine Erstattung („Refund“). Dazu kommen Servicegebühren („ServiceFees“) und PPC-Kosten („PPCCosts“).
  • Type 2 gibt an, ob es sich um eine Gutschrift („charge“), eine Gebühr („fee“) oder eine Rabattaktion („promotion“) handelt.
  • Type 3 nennt den genauen Typ. Möglich sind unter anderem:
    • Commission (Verkaufsgebühr)
    • FBAPerUnitFulfillmentFee (FBA-Versandgebühr pro Einheit)
    • GiftWrap (Geschenkverpackung)
    • GiftwrapChargeback (Abzug der Geschenkverpackung)
    • GiftWrapTax (Steueranteil der Geschenkverpackung)
    • Goodwill (Kulanzgutschrift)
    • ppcCharges (PPC-Kosten)
    • Principal (Bestellumsatz)
    • RefundCommission (erstattete Verkaufsgebühr)
    • ReturnShipping (Rücksendekosten)
    • ShippingCharge (Versandkostengutschrift)
    • ShippingChargeback (Abzug der Versandkostengutschrift, durchlaufender Posten)
    • ShippingHB (Shipping Holdback)
    • ShippingTax (Steueranteil an den Versandkosten)
    • Tax (Steueranteil am Bestellumsatz)

Die Werte in „Type 3“ sind Werte des AMALYTIX-Exports. Viele heißen genauso wie die amount-description im Settlementbericht, die Listen sind aber nicht identisch. ppcCharges zum Beispiel gibt es nur im AMALYTIX-Export.

Die Daten sind absichtlich so angeordnet, dass Sie sie später gut in Pivot-Tabellen auswerten können.

Daten in Excel importieren

Ein Doppelklick auf die Datei ist verlockend. Dann rät Excel allerdings Trennzeichen und Zahlenformat und liegt oft daneben. Öffnen Sie deshalb im Reiter „Daten“ den Import für Text- und CSV-Dateien. Prüfen Sie vor dem Laden drei Einstellungen:

  1. Trennzeichen: Tabulator für den Settlementbericht (Flat File V2). Für die CSV-Datei aus AMALYTIX das Zeichen, das in Ihrem Profil unter „CSV-Trennzeichen“ eingestellt ist (Standard: Komma).
  2. Dateiursprung: UTF-8. Sonst werden Umlaute und Sonderzeichen falsch angezeigt.
  3. Dezimaltrennzeichen: Komma für Beträge im deutschen Format wie „95,00“. Für AMALYTIX-Dateien legen Sie es im Profil unter „CSV-Dezimaltrennzeichen“ fest. Stimmt die Einstellung nicht, behandelt Excel die Beträge als Text, und die Pivot-Tabelle kann nicht rechnen.

Ob Excel mit den Beträgen rechnen kann, prüfen Sie so: Markieren Sie einige Zellen der Betragsspalte. Erscheint unten in der Statusleiste eine Summe, sind die Beträge als Zahlen angekommen.

Daten in Excel mit Pivot-Tabellen auswerten

Noch stehen Bestellumsätze, Erstattungen und Gebühren Zeile für Zeile untereinander. Eine Pivot-Tabelle gruppiert sie in wenigen Klicks, etwa nach SKU und Monat. Die Beispiele nutzen den AMALYTIX-Export; die Abbildungen zeigen die Einstellungen dazu.

Klicken Sie in eine Zelle Ihrer Datentabelle und wählen Sie Einfügen › PivotTable. Legen Sie die leere Pivot-Tabelle auf einem neuen Blatt an.

Beispiel 1: Umsatz je SKU pro Monat

Pivot-Tabelle mit dem Umsatz je SKU und Monat

Eine Zeile je SKU, daneben die Monatsumsätze für den gesamten Zeitraum. So richten Sie die Ansicht ein:

  • Filter „Type 1“: nur „Shipment“ und „Refund“. Die Umsätze sind also um die Erstattungen reduziert.
  • Filter „Type 3“: nur „Principal“, damit allein die Bestellumsätze zählen.
  • Die Teilergebnisse sind deaktiviert, damit keine Zwischensummen je Jahr erscheinen.
  • Das Zahlenformat für „Amount“ steht auf Währung (siehe unten).
  • Die Zeilen sind nach Gesamtumsatz absteigend sortiert. Die SKU mit dem meisten Umsatz steht oben.

Zum Sortieren klicken Sie mit der rechten Maustaste auf einen Wert in der Spalte „Gesamtergebnis“ und wählen „Sortieren“ › „Nach Größe sortieren (absteigend)“:

Pivot-Tabelle nach Größe absteigend sortieren

Das Zahlenformat eines Werts ändern Sie in den Feldeinstellungen:

Zahlenformat Währung in den Feldeinstellungen

Mit dem Settlementbericht geht das genauso: Statt nach „Type 3“ filtern Sie nach amount-description = Principal, in die Zeilen kommt sku.

Beispiel 2: Kosten im Verhältnis zum Umsatz

Wie viel vom Umsatz kosten Verkaufsgebühren, FBA-Versand und PPC? Diese Ansicht stellt den Umsatz zweier Jahre gegenüber und zeigt daneben die jeweiligen Kostenanteile. Die Verkaufsgebühren finden Sie unter „Commission“.

Pivot-Tabelle mit Kosten in Prozent vom Umsatz

Die Einstellungen:

  • Filter „Type 3“ auf Bestellumsatz („Principal“), PPC-Kosten („ppcCharges“), Verkaufsgebühren („Commission“) und FBA-Versandgebühren („FBAPerUnitFulfillmentFee“).
  • Unter „Werte“ steht das Feld „Amount“ zweimal: einmal als Summe und einmal als Prozent vom Umsatz. Für den Prozentwert wählen Sie unter „Daten zeigen als“ (Excel für Mac, unter Windows „Werte anzeigen als“) die Option „% von“, als Basisfeld „Type 3“ und als Basiselement „Principal“:

Einstellung „% von“ mit Basisfeld Type 3 und Basiselement Principal

Im Settlementbericht nehmen Sie amount-description als Basisfeld.

Beispiel 3: Mit berechneten Feldern arbeiten

Für den durchschnittlichen Umsatz je verkaufter Einheit und Land brauchen Sie Umsatz und Stückzahl. Mit berechneten Feldern verrechnen Sie diese Spalten direkt in der Pivot-Tabelle.

Pivot-Tabelle mit berechnetem Feld je Marktplatz

Die Einstellungen:

  • Filter „Type 1“: nur „Shipment“, also Bestellungen
  • Filter „Type 2“: nur „charge“, also Gutschriften
  • Filter „Type 3“: nur „Principal“, also Umsätze

Das berechnete Feld fügen Sie über dieses Menü ein:

Menü Berechnetes Feld in der Pivot-Tabelle

Dort legen Sie ein Feld „Durchschnittlicher Produktumsatz“ an, das den Umsatz durch die Anzahl der verkauften Einheiten teilt:

Dialog Berechnetes Feld einfügen mit der Formel Amount geteilt durch Quantity Shipped

Ziehen Sie das Feld anschließend in die Werte der Pivot-Tabelle. Im Settlementbericht teilen Sie amount durch quantity-purchased und filtern amount-description auf Principal.

Ohne Export: Amazon-Zahlen in Amazon BI gruppieren

Neuer Monat, gleiche Klicks: Bericht exportieren, Datei importieren, Pivot-Tabelle bauen. Auch für wiederkehrende Fragen wie „Umsatz nach Marke und Marktplatz“ fängt die Handarbeit von vorn an.

Amazon BI nimmt Ihnen den Import ab. AMALYTIX kopiert die Daten jeden Abend in die BI-Datenbank, bis einschließlich gestern. Dort gruppieren Sie Kennzahlen wie Umsatz, Einheiten oder Sitzungen nach Marke, Kategorie, Marktplatz oder eigenen Tags, ohne eine Datei zu öffnen. Brauchen Sie die Zahlen doch in Excel, exportieren Sie sie als CSV oder Excel-Datei.

Den BI-Zugang schaltet unser Team auf Anfrage frei. Amazon BI gibt es derzeit nur für Konten in der EU-Region von AMALYTIX. Welche Frage Sie mit den Zahlen beantworten wollen, entscheiden Sie selbst. Für Gebühren je einzelner Bestellung bleibt der Settlementbericht die richtige Quelle.

Seller Dashboard · Performance
Gruppieren
Kennzahl

Umsatz nach Marktplatz

Summe 956.600 €

  • DE512.400 €
  • FR184.900 €
  • IT121.300 €
  • ES96.800 €
  • NL41.200 €

Ein Klick, und das Diagramm rechnet neu. In Amazon BI sind es Ihre Daten, Tag für Tag.

Amazon BI in der Demo: eine Kennzahl wählen und nach Marke, Kategorie oder Marktplatz gruppieren
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Fazit

Umsatz je SKU, Gebühren als Anteil am Umsatz, Umsatz je verkaufter Einheit: Diese drei Auswertungen bauen Sie aus Ihren Zahlungsdaten und einer Pivot-Tabelle. Als Quelle dienen der Transaktions- oder Settlementbericht aus Seller Central oder der Bericht „Zahlungen / Transaktionen“ aus AMALYTIX.

Für weitere Auswertungen verbinden Sie die Zahlungsdaten etwa mit dem Bericht „Seller Produkte (lang)“ aus AMALYTIX. Er enthält Daten zum Produktlisting inklusive Attributen. Über die SKU ordnen Sie diese Listing-Daten jeder Zahlung zu und fassen die Zahlen danach zusammen.

Für den nächsten Schritt zur Automatisierung, etwa im Bereich PPC, lesen Sie unseren Artikel über Amazon Bulk-Operationen mit Python und Pandas.

Häufige Fragen zur Auswertung von Amazon-Daten in Excel

Was ist der Unterschied zwischen Transaktionsbericht und Settlementbericht?

Den Transaktionsbericht erstellen Sie für einen frei gewählten Datumsbereich, bis zu 365 Tage pro Bericht, als CSV-Datei im Berichtsrepository. Der Settlementbericht deckt genau einen Abrechnungszeitraum ab und passt damit zu einer Auszahlung. Für Excel empfiehlt sich beim Settlementbericht das Format Flat File V2.

Warum stimmt die Summe nicht mit meiner Auszahlung überein?

Ein frei gewählter Datumsbereich passt meist nicht genau zu einem Abrechnungszeitraum. Zahlungen am Anfang oder Ende gehören dann zu unterschiedlichen Auszahlungen. Hält Amazon Zahlungen bis nach der Lieferung zurück, enthält der Transaktionsbericht außerdem zurückgestellte Beträge. Was schon freigegeben ist, sehen Sie in den Spalten „Transaction Status“ und „Transaction Release Date“. Für den Abgleich mit einer Auszahlung nehmen Sie den Settlementbericht.

Können Vendoren diese Berichte nutzen?

Nein. Transaktions- und Settlementberichte sind Berichte aus Seller Central. Vendoren finden ihre Verkaufsdaten in Amazon Retail Analytics in Vendor Central.

Excel zeigt Beträge als Text oder falsch an. Was tun?

Importieren Sie die Datei über den Reiter „Daten“, statt sie per Doppelklick zu öffnen. Prüfen Sie dort das Trennzeichen (Tabulator beim Settlementbericht, bei AMALYTIX Ihr „CSV-Trennzeichen“), den Dateiursprung UTF-8 und das Dezimaltrennzeichen. Beträge im Format „95,00“ brauchen das Komma als Dezimaltrennzeichen.

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