Amazon Ads Report Deutschland 2026: Was 376 Millionen Anzeigen über den Werbemarkt verraten
Wie viele Anzeigen laufen eigentlich auf amazon.de? Wer bezahlt sie, wann starten die Wettbewerber ihre Black-Friday-Kampagnen, und welche Agentur steuert die Werbung welcher Marke? Für Deutschland gibt es dazu keine öffentliche Statistik. Amazon kennt die Antworten, alle anderen schätzen.
Seit dem Digital Services Act der EU muss Amazon allerdings jede Anzeige, die in seinen EU-Shops läuft, in einem öffentlichen Archiv dokumentieren. Kaum jemand wertet es aus. Wir haben es Ende Oktober 2026 systematisch abgefragt: eine Million Einzelanzeigen von amazon.de, Tageszählungen für ein ganzes Jahr, die gesperrten Anzeigen, die Werbekonten von Amazon selbst sowie über 100 große Marken und 40 Agenturen.
Dieser Artikel stellt einige Ergebnisse unseres Amazon Ads Report Deutschland 2026 vor. Alle Auswertungen, das Agentur-Ranking und die Methodik finden Sie im Report.
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Die Datenquelle: Amazons öffentliches Werbearchiv
Artikel 39 des Digital Services Act verpflichtet sehr große Online-Plattformen, ihre Werbung bis ein Jahr nach der letzten Ausspielung öffentlich zu dokumentieren. Amazon tut das in der Amazon Ad Library für neun EU-Stores. Jeder Eintrag nennt den Werbetreibenden und den Zahler, das beworbene Produkt, die Laufzeit, die Impressionen (in Spannen von 1.000) und eine eventuelle Sperrung.
Budgets, Gebote, Klicks und Umsätze stehen nicht drin. Auch den Anzeigentyp (Sponsored Products, Sponsored Brands, Display oder Amazon DSP) und die Keywords verrät das Archiv nicht. Es zeigt also, wer wie viel sichtbar ist, aber nicht, wer damit Geld verdient. Welche Eigenheiten man beim Lesen der Zahlen kennen muss, beschreibt der Report im Kapitel zur Datenquelle.
Wie groß der Werbemarkt auf amazon.de ist
Am 26. Oktober 2026 liefen auf amazon.de 31,8 Millionen Anzeigen gleichzeitig. Das ist gut ein Drittel aller laufenden Anzeigen in den neun EU-Stores. Über eine Woche gerechnet waren es 58,4 Millionen, über zwölf Monate 376 Millionen. Wer wöchentlich auf amazon.de wirbt, konkurriert also mit rund 58 Millionen anderen Anzeigen.
Rechnet man die laufenden Anzeigen auf die Einwohner um, ist kein EU-Store so dicht beworben wie amazon.de.
Mit 380 Anzeigen je 1.000 Einwohner liegt Deutschland etwa 50 % vor Frankreich und Italien. Da 3 % der Impressionen auf amazon.de aus Österreich kommen, kann man Österreich mitrechnen: Dann sind es rund 340, immer noch Platz 1. Polen liegt mit 52 gut siebenmal darunter. amazon.pl startete erst 2021, der Wettbewerb um Werbeplätze ist dort noch gering.
786.000 neue Anzeigen. Jeden Tag.
Die Zahl der aktiven Anzeigen ist erstaunlich stabil: Von November 2025 bis Juni 2026 schwankte sie um weniger als 5 % um rund 92 Millionen. Aussagekräftiger ist die Zahl der neu gestarteten Anzeigen. Sie zeigt, wann Werbetreibende aktiv werden.
Im Schnitt starten auf amazon.de 786.000 neue Anzeigen pro Tag, also etwa neun pro Sekunde. Im Oktober 2026 waren es 13 % mehr pro Tag als im Januar. Bei den Starts wächst der Markt also weiter.
Ein paar Muster fallen sofort auf:
- Dienstag ist der Starttag Nummer eins, Samstag der schwächste (−10 %). Viele Rekordtage des Jahres waren Dienstage.
- Feiertage sieht man deutlich: An Silvester starteten 46 % weniger Anzeigen als üblich, auch Heiligabend und Ostern sind klare Dellen.
- Wochentage spielen bei den aktiven Anzeigen dagegen keine Rolle. Kein Wochentag weicht mehr als 0,1 % vom Wochenschnitt ab. Wer wirbt, wirbt durchgehend.
Ein Hinweis zur Lesart: Seit Juli 2026 scheint die Zahl der aktiven Anzeigen zu sinken. Das ist ein Messeffekt und kein Markteinbruch. Pausierte Anzeigen, die wieder starten, füllen die jüngsten Monate nachträglich auf. Die Zahl der neuen Anzeigen ist im selben Zeitraum nicht gesunken.
Black Friday beginnt eine Woche früher
Die großen Shopping-Events sehen in den Daten sehr unterschiedlich aus. Vor Black Friday bereiten Werbetreibende vor. Am Prime Day tauschen sie ihre Anzeigen am Tag selbst aus.
| Event | Wann kommen die neuen Anzeigen? | Spitzentag | vs. Basis |
|---|---|---|---|
| Black Friday (28.11.2025) | eine Woche vorher, vom 19. bis 21.11. | 1,09 Mio. (20.11.) | +50 % |
| Prime Day (23.–26.6.2026) | am ersten Tag, gleichzeitig enden 1,39 Mio. Anzeigen | 1,36 Mio. (23.6.) | +66 % |
| Prime Big Deal Days (6.–7.10.2026) | am ersten Tag, deutlich schwächer | 0,92 Mio. (6.10.) | +18 % |
Der erste Prime Day war mit 1,36 Millionen neuen Anzeigen der stärkste Tag des Jahres. Gleichzeitig endeten 1,39 Millionen Anzeigen: Die Werbetreibenden haben ihre Kampagnen am Eventtag ausgetauscht. Vor Black Friday lief es anders. Die meisten neuen Anzeigen kamen eine Woche vor dem Event, am Black-Friday-Wochenende selbst endeten dagegen kaum Anzeigen.
Für Black Friday 2026 am 27. November heißt das: Wer dem Muster des Vorjahres folgt, sollte neue Kampagnen um den 18. bis 20. November live haben. Dann starten auch die meisten Wettbewerber, und Gebote und Sichtbarkeit verschieben sich schon vor dem eigentlichen Event. Wie Sie Ihre Kampagnen dafür vorbereiten, lesen Sie in unserem Beitrag zu Black Friday 2026 auf Amazon. Einen Überblick über alle Termine im Jahr finden Sie bei den Amazon Events.
Wer auf amazon.de wirbt
In einer Zufallsstichprobe von 363.582 Anzeigen haben wir die Herkunft der Zahler aus ihrer Rechtsform und ihrem Firmennamen abgeleitet, etwa „Co., Ltd“, „You Xian Gong Si“ oder GmbH, UG und KG.
Fast jede zweite Anzeige (45,6 %) bezahlt eine Firma mit chinesischem Namen. Diese Anzeigen erhalten aber nur 35,8 % der Impressionen. Deutsche und österreichische Firmen bezahlen 24,1 % der Anzeigen und holen 33,5 % der Impressionen. Pro Anzeige erreichen sie damit 1,8-mal so viel Reichweite wie chinesische Zahler.
Weil viele „Ltd“-Firmen und viele nicht zuordenbare Namen ebenfalls zu chinesischen Händlern gehören dürften, ist der China-Anteil eher eine Untergrenze. Hinter dem Shop-Namen auf amazon.de steht oft eine ganz andere Firma: Bei 86 % aller Anzeigen sind Zahler und Werbetreibender verschiedene Namen. Dahinter stecken Agenturen, Mutter- oder Handelsfirmen.
Was der Report noch zeigt
Die Herkunft der Zahler ist erst der Anfang. Im Report werten wir das Archiv weiter aus, mit Zahlen, Grafiken und Beispielen aus großen Marken:
Masse oder Wucht
Die Reichweite auf amazon.de ist extrem ungleich verteilt, trotzdem dominiert kein einzelner Händler den Markt. Dahinter stehen zwei gegensätzliche Strategien: Print-on-Demand-Händler bewerben Tausende Motive mit je wenig Reichweite, Marken setzen auf wenige sehr große Anzeigen. Der Report zeigt, wie groß der Abstand ist und wer der größte „Werbetreibende“ auf amazon.de ist.
Brand Stores und Evergreens
Fast alle Anzeigen führen auf eine einzelne Produktseite. Die wenigen, die in einen Brand Store verlinken, gehören aber zu denen mit der größten Reichweite. Außerdem laufen viele erfolgreiche Anzeigen schon seit Jahren. Wie viel mehr Reichweite Brand-Store-Anzeigen holen und wie alt die typische Anzeige ist, steht im Report.
Marken, Agenturen und fremde Markennamen
Wir haben die Marken mit dem größten Suchanteil auf amazon.de geprüft: Wer wirbt selbst, wer über eine Agentur? Dabei zeigt sich auch, dass viele Anzeigen mit einem Markennamen im Titel gar nicht von der Marke kommen. Zubehörhändler und Print-on-Demand-Anbieter holen auf manchen großen Namen mehr Reichweite als der Markeninhaber. Das ist nicht automatisch unzulässig: Händler, Zubehör- und Ersatzteilanbieter dürfen in der Regel angeben, wofür ihr Produkt bestimmt ist. Für die Marke heißt es aber, dass Sichtbarkeit auf ihrem eigenen Namen bei anderen landet.
Das Agentur-Ranking
Weil Agenturen im Archiv als Werbetreibende auftauchen, lässt sich messen, welche Agentur wie viel Reichweite für welche Kunden steuert. Der Report enthält das Ranking der Agenturen auf amazon.de mit ihren bekanntesten Kunden und erklärt, was es aussagt und was nicht.
Amazon wirbt bei Amazon
Amazon bewirbt seine Eigenmarken über eigene Werbekonten. Der Report zeigt, welche Marken darüber laufen, wie groß der Anteil am Markt ist und dass Amazon seine Eigenwerbung 2026 früher und stärker gekürzt hat als der Rest des Marktes.
Gesperrte Anzeigen
Sperrungen sind selten, und die meisten erkennt ein Algorithmus. Im Report finden Sie die Gründe, aus denen Amazon Anzeigen sperrt, und den Vergleich der Länder.
Agentur-Ranking, fremde Markennamen, Amazons Eigenwerbung und die Methodik: Jetzt den Amazon Ads Report Deutschland 2026 herunterladen
Was die Zahlen für Ihre Amazon-Werbung bedeuten
Das Archiv kennt keine Budgets und keine Umsätze. Für die Planung Ihrer PPC-Kampagnen liefert es trotzdem einige klare Hinweise:
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Früh in die Saison
Vor Black Friday starteten die meisten neuen Anzeigen eine Woche vorher. Für den 27.11.2026 heißt das: bis etwa 19.11. live sein.
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Ab Tag 1 des Prime Day mit Bewegung rechnen
Am ersten Prime Day tauschen Werbetreibende ihre Anzeigen aus. Gebote und Platzierungen verschieben sich vom ersten Tag an.
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Wettbewerber im Archiv beobachten
Das Archiv ist öffentlich: Sie sehen, wann ein Wettbewerber neue Anzeigen startet, wie lange sie laufen und welche Agentur er nutzt.
Weitere Empfehlungen, etwa zum eigenen Markennamen, zu Brand-Store-Anzeigen und zu Creatives vor dem Start, finden Sie im Report.
Fazit: riesig, stabil und sehr zersplittert
Amazons Werbearchiv macht einen Markt sichtbar, über den es in Deutschland bisher kaum öffentliche Zahlen gab. Der Werbemarkt auf amazon.de ist riesig und erstaunlich stabil: rund 90 Millionen aktive Anzeigen und 786.000 neue pro Tag. Fast die Hälfte der Anzeigen bezahlen Firmen mit chinesischem Namen, die meiste Reichweite pro Anzeige holen deutsche Firmen.
Die Grenzen bleiben: Das Archiv zeigt, wer wie viel sichtbar ist, nicht wer damit Geld verdient. Viele Werte beruhen auf Stichproben und eigenen Einordnungen. Als Nächstes messen wir Black Friday 2026 live und vergleichen Deutschland mit Frankreich, Italien und Spanien.
Der vollständige Amazon Ads Report Deutschland 2026 mit allen Auswertungen: Report herunterladen
Häufige Fragen zum Amazon-Werbemarkt in Deutschland
Wie viele Anzeigen laufen auf amazon.de?
Am 26. Oktober 2026 liefen 31,8 Millionen Anzeigen an einem einzigen Tag, in einer Woche waren es 58,4 Millionen. Über zwölf Monate enthält das Archiv 376 Millionen Anzeigen für amazon.de. Jeden Tag starten im Schnitt 786.000 neue.
Was ist die Amazon Ad Library?
Die Ad Library ist Amazons öffentliches Werbearchiv nach Artikel 39 des Digital Services Act. Sie listet alle Anzeigen in den EU-Stores bis ein Jahr nach ihrer letzten Ausspielung, mit Werbetreibendem, Zahler, Produkt, Laufzeit und Impressionen. Budgets, Klicks und Umsätze enthält sie nicht.
Kann ich im Archiv die Werbung meiner Wettbewerber sehen?
Ja. Sie sehen, welche Produkte ein Wettbewerber bewirbt, seit wann die Anzeigen laufen, wie viele Impressionen sie ungefähr hatten und ob eine Agentur sie schaltet. Gebote, Keywords und Budgets sehen Sie nicht.
Wann sollte ich meine Black-Friday-Kampagnen starten?
Im Jahr 2025 kamen die meisten neuen Anzeigen eine Woche vor Black Friday, am 19. bis 21. November. Für Black Friday am 27. November 2026 sollten neue Kampagnen also spätestens um den 18. bis 20. November live sein.
Wo finde ich den vollständigen Report?
Den Amazon Ads Report Deutschland 2026 können Sie kostenlos herunterladen. Er enthält auf 25 Seiten alle Auswertungen, das Agentur-Ranking und die Methodik.
Wie verlässlich sind die Zahlen?
Die Zählungen stammen direkt aus Amazons Archiv. Impressionen sind Lifetime-Werte in Spannen und kein Maß für Budget oder Umsatz. Herkunft der Zahler, Marken- und Agenturzuordnung beruhen auf Stichproben und Namenssuchen, sie sind eine gute Näherung, aber keine Vollerhebung.
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