Gleiche Besucherzahl, mehr verkaufte Trinkflaschen. Nehmen wir Ihre Trinkflasche (ASIN B0EXAMPLE1): Im letzten Monat hatte sie 1.000 Sitzungen. Bei einer Conversion Rate von 10 % sind das 100 verkaufte Einheiten. Steigt die Rate auf 11 %, werden daraus 110 Einheiten: 10 % mehr Absatz, ohne einen Cent mehr für Werbung.

Verkäufe = Sitzungen × Conversion Rate. Sie können also mehr Kunden auf die Produktdetailseite holen oder dafür sorgen, dass mehr Besucher kaufen. Seller messen beides in Seller Central. Vendoren müssen mit weniger Daten auskommen.

Hier lesen Sie, wo die Zahlen stehen, was sie bedeuten und wie Sie mehr Sitzungen und Käufe erreichen. Ob eine Änderung hilft, prüfen Sie mit Amazons eigenem Testwerkzeug. Die Kurzfassung zum Herunterladen: unser Whitepaper Conversion Rate optimieren (PDF, 2022).

Sitzungen und Conversion Rate in Seller Central finden

Öffnen Sie die Geschäftsberichte: „Statistiken & Berichte“. Im neuen Seller Central erreichen Sie die Seite über die Schnellzugriffsleiste oder die Seitenübersicht (Weitere Informationsquellen › Statistiken & Berichte), im klassischen Menü unter Berichte › Statistiken & Berichte. Wählen Sie unter „Nach ASIN“ den Bericht „Detailseite Verkäufe und Traffic nach untergeordnetem Artikel“. Dort stehen die Werte je Child-ASIN, also auch für Ihre Trinkflasche.

Seller Central, Statistiken & Berichte: Bericht „Detailseite Verkäufe und Traffic nach untergeordnetem Artikel“ mit Datumsfilter, ASIN-Suche und den Spalten zu Sitzungen

Der Bericht nach untergeordnetem Artikel zeigt Sitzungen, Seitenaufrufe und Verkäufe je Child-ASIN (Stand Oktober 2026).

Ein Banner über dem Bericht bittet, bis zum Jahresende 2026 zu den benutzerdefinierten Analysen (Custom Analytics) zu wechseln. Dort gibt es laut Amazon mehr als 200 Kennzahlen.

Statistiken & Berichte gibt es nur im Verkaufstarif Professionell. Amazon stellt die Daten in der Regel für bis zu zwei Jahre bereit. Wählen Sie die Ansicht nach Datum oder nach ASIN und speichern Sie den Bericht über „Herunterladen“ als CSV-Datei. Sie müssen also nicht täglich eine Datei sichern, nur um später zurückblicken zu können.

Die Kennzahlen

KennzahlBedeutung
SitzungenEin Besuch eines Kunden. Mehrere Seitenaufrufe innerhalb von 24 Stunden zählen als eine Sitzung.
SeitenaufrufeJeder Aufruf der Produktdetailseite, auch mehrere im selben Besuch.
Bestellte Einheiten / Zahl der BestellpostenVerkaufte Stückzahl und Anzahl der Bestellpositionen.
Prozentsatz „Hervorgehobenes Angebot“ (Buy-Box-Anteil)Anteil, mit dem Ihr Angebot das hervorgehobene Angebot war (englisch „Featured Offer percentage“).
Prozentsatz an Einheiten pro SitzungBestellte Einheiten geteilt durch Sitzungen (englisch „Unit Session Percentage“). Daneben gibt es den „Prozentsatz Bestellposten pro Sitzung“: Bestellposten geteilt durch Sitzungen.

Die Spaltennamen haben wir in der Standardansicht des Berichts geprüft (Stand Oktober 2026). Dort stehen Summen und eigene Spalten für B2B-Kunden. Sitzungen und Seitenaufrufe gibt es auch getrennt für Browser und mobile App. Diese Spalten sind ausgeblendet; Sie blenden sie wie weitere Spalten über „Spalten einblenden/ausblenden“ am rechten Rand ein. Was das hervorgehobene Angebot ist, erklärt unser Glossar zum Featured Offer (Buy Box).

Wenn dieser Artikel von Conversion Rate spricht, ist der Prozentsatz an Einheiten pro Sitzung gemeint. Bleiben Sie auch in Ihren Auswertungen bei einer Kennzahl: Einheiten pro Sitzung im Vormonat und Bestellposten pro Sitzung im aktuellen Monat ergeben keinen brauchbaren Vergleich.

Was Vendoren sehen

Vendoren bekommen keine Sitzungen. In Vendor Central sehen sie unter Berichte › Retail Analytics im Bereich Traffic die Seitenaufrufe des hervorgehobenen Angebots („Featured offer page views“). Auf der Startseite heißt die Kachel noch „Glance Views“. Eine Conversion Rate, Sitzungen oder Einheiten pro Sitzung zeigt der Bericht Traffic nicht (geprüft an einem Vendor-Konto, Oktober 2026). Welche Berichte es in Retail Analytics gibt, lesen Sie im Artikel zu Amazon Retail Analytics.

Eine Conversion Rate können Vendoren selbst ausrechnen: verkaufte Einheiten geteilt durch Seitenaufrufe. Das ist unsere Rechnung, keine Amazon-Kennzahl. Der Unterschied zu den Seller-Daten steckt im Nenner: Wer die Trinkflasche während einer Sitzung mehrfach aufruft, erzeugt mehrere Seitenaufrufe. Einheiten pro Seitenaufruf und Einheiten pro Sitzung lassen sich deshalb nicht vergleichen.

Mehr Sitzungen: Relevanz und Klickrate

In den Suchergebnissen zählt beides: Ihre Trinkflasche muss für möglichst viele passende Suchanfragen erscheinen (Relevanz). Und wer sie dort sieht, soll auf die Detailseite klicken (Klickrate).

Relevanz erhöhen

Wer nach einer Trinkflasche sucht, muss Ihr Produkt finden, möglichst weit oben. Dafür gehören die wichtigen Suchbegriffe Ihrer Kunden in den Produkttitel, die Bullet Points, die Beschreibung und die Suchbegriffe im Backend. Die Grundlagen erklärt unser Artikel zu Amazon SEO.

Ob Amazon Ihr Produkt für einen Suchbegriff als relevant einstuft, prüfen Sie mit einer einfachen Suche: Geben Sie die Child-ASIN zusammen mit dem Suchbegriff ein, also z.B. „B0EXAMPLE1 trinkflasche“. Erscheint Ihr Produkt, hält Amazon es für relevant.

Notieren Sie die Rankings Ihrer wichtigsten Suchbegriffe vor einer Änderung. Ohne Ausgangswert bleibt später nur das Gefühl, dass die Trinkflasche jetzt weiter oben steht.

Klickrate (CTR) optimieren

Die Klickrate hängt vom sogenannten Snippet ab: den Angaben, die Kunden in den Suchergebnissen zu Ihrem Produkt sehen. Dazu gehören in der Regel:

  • Produktbild (Hauptbild)
  • Titel
  • Anzahl und Durchschnitt der Bewertungen
  • Verfügbarkeit, ggf. mit Prime-Logo, voraussichtlichem Lieferdatum und Hinweis auf kostenlose Lieferung
  • Rabattaktionen
  • Preis und Streichpreis

Zwischen den Angeboten anderer Anbieter müssen Bild, Titel und Preis den Klick gewinnen. Auf viele dieser Elemente haben Sie direkt Einfluss.

Messen können Markeninhaber die Klickrate inzwischen auch für die organische Suche. Im Bericht Search Query Performance in Brand Analytics sehen sie Impressionen und Klicks je Suchanfrage.

Ohne Brand Analytics bleibt der Weg über Sponsored Products. Steht das Produkt allein in einer Anzeigengruppe, setzen Sie Klicks ins Verhältnis zu Impressionen. Die Klickrate hängt dort aber stark von den beworbenen Suchbegriffen ab: Wer Trinkflaschen verkauft und auf „Kaffeebecher“ bietet, bekommt eine niedrige Klickrate, die wenig über das Snippet sagt. Vergleichen Sie deshalb nur Kampagnen mit Keyword-Targeting.

Conversion Rate optimieren

Bevor Sie mehr Besucher einkaufen, lohnt sich der Blick auf die vorhandenen Sitzungen. Bei der Trinkflasche vom Anfang bringt ein Prozentpunkt mehr Conversion Rate 10 % mehr Absatz. Das Werbebudget bleibt gleich.

Was ist eine gute Conversion Rate?

Die eine gute Conversion Rate gibt es nicht. Wer ein Produkt des täglichen Bedarfs kauft und dabei wenig falsch machen kann, entscheidet schneller als beim Kauf eines Fernsehers. Die Kategorie macht also viel aus. Und die Vergleichsdaten sind begrenzt: Sie sehen nur die Zahlen Ihrer eigenen Produkte.

Sinnvoller ist ein interner Vergleich:

  1. Wie hat sich die Conversion Rate desselben Produkts über die Zeit entwickelt?
  2. Wie steht das Produkt im Vergleich zu ähnlichen Produkten Ihres Sortiments?

Eine einzelne Prozentzahl sagt Ihnen wenig. Entscheidend ist, ob sich die Conversion Rate verbessert und Sie das in Ihren Auswertungen erkennen.

Hebel auf der Detailseite

Der Kunde hat auf Ihre Trinkflasche geklickt. Jetzt müssen Bilder, Texte und Angebot zum Kauf überzeugen. Gehen Sie für jedes Produkt diese Punkte durch:

  1. Hauptbild und weitere Bilder

    Zeigen die Bilder das Produkt, seine Größe und die Anwendung?

  2. Produkttitel

    Nennt der Titel Marke, Produkt und die wichtigsten Merkmale, die Kunden suchen?

  3. Bullet Points

    Beantworten die Bullet Points die Fragen, die Kunden vor dem Kauf haben?

  4. A+ Content

    Erklärt der A+ Content die Vorteile und zeigt die Marke?

  5. Preis und Buy Box

    Ist der Preis wettbewerbsfähig und haben Sie die Buy Box?

  6. Bewertungen

    Wie viele Bewertungen hat das Produkt, wie gut sind sie und welche Kritik kommt immer wieder?

Für Bilder gibt der Artikel zu Amazon-Produktbildern konkrete Regeln. Mit A+ Content heben Sie Produktvorteile hervor und stellen Ihre Marke vor. Wie Sie die Buy Box auf Amazon gewinnen und warum sie so viel ausmacht, lesen Sie im eigenen Artikel. Die Wirkung von Bewertungen beschreibt der Artikel zu Amazon-Rezensionen. Alle Bausteine eines guten Listings zusammen finden Sie im Leitfaden zur Listing-Optimierung.

Änderungen testen: Experimente verwalten

Das neue Hauptbild Ihrer Trinkflasche gefällt Ihnen besser. Ob es auch besser verkauft, zeigt ein Test. Mit „Experimente verwalten“ (Manage Your Experiments) sehen Kunden zufällig Version A oder B. Amazon misst, welche Version besser verkauft. Der Artikel zu Amazon A/B-Tests erklärt das Werkzeug ausführlich; eine Kurzdefinition steht im Glossar unter Manage Your Experiments.

Seller Central, Ihre Experimente verwalten: Menü „Neues Experiment erstellen“ mit A+ Produktbeschreibungen, Aufzählungspunkte, Produktbilder, Produkttitel, A+-Markengeschichte und Mehrere Varianten

Sechs Experiment-Typen stehen im Menü „Neues Experiment erstellen“ zur Wahl (Stand Oktober 2026).

Sie finden das Werkzeug im neuen Seller Central über die Seitenübersicht unter Produkte › Experimente verwalten.

Wer kann testen? Sie brauchen den Verkaufstarif Professionell und die Rolle Markenvertreter für eine Marke in der Amazon Brand Registry.

Was lässt sich testen? Im Menü „Neues Experiment erstellen“ stehen Produktbilder, Produkttitel, Aufzählungspunkte (Bullet Points), A+ Produktbeschreibungen und die A+-Markengeschichte zur Wahl. Mit „Mehrere Varianten“ testen Sie mehrere Inhaltsarten in einem Experiment.

Wie lange läuft ein Test? Amazon empfiehlt die Einstellung „Bis zur Signifikanz“: Amazon beendet das Experiment, sobald statistisch aussagekräftige Ergebnisse vorliegen, laut Amazon schon nach vier Wochen. Das geht für Titel, Bilder und Aufzählungspunkte. Alternativ legen Sie eine feste Dauer fest; Amazon empfiehlt acht Wochen, typisch sind acht bis zehn Wochen. Mit „Erfolgreiche Version automatisch veröffentlichen“ (ebenfalls für Titel, Bilder und Aufzählungspunkte) veröffentlicht Amazon die siegreiche Version nur, wenn sie mit mindestens 66 % Wahrscheinlichkeit besser abschneidet.

Einschränkungen: Tests mit zusätzlichen Bildern gibt es nur für ASINs mit höchstens vier Child-ASINs. ASINs mit wenig Traffic sind möglicherweise nicht für Experimente berechtigt.

Ohne Brand Registry: Vorher-nachher-Vergleich

Ohne Brand Registry vergleichen Sie zwei Zeiträume: Die Trinkflasche läuft erst einige Wochen mit dem alten Hauptbild, dann gleich lange mit dem neuen. Damit Sie die Wirkung des Bildes beurteilen können, halten Sie sich an diese Regeln:

  • Ändern Sie nur ein Element. Texte, Preis, Rabatte und Bewertungen bleiben gleich.
  • Das Produkt ist in beiden Zeiträumen verfügbar, und Sie wechseln nicht zwischen FBA und FBM.
  • Vermeiden Sie Sonderzeiträume wie Prime Day oder Weihnachten.
  • Werten Sie genug Sitzungen aus. Unsere Faustregel: 1.000 Sitzungen pro Version. Bei weniger Daten kann ein Unterschied reiner Zufall sein.

Vendoren finden in Vendor Central unter Merchandising ebenfalls „Manage your experiments“. Welche Regeln dort gelten, hat Amazon nicht dokumentiert.

Sitzungen und Conversion Rate täglich in Eigenen Dashboards

Jeden Monat dieselbe Arbeit: Geschäftsberichte herunterladen und mit dem Vormonat vergleichen. Bei vielen Produkten auf mehreren Marktplätzen kostet das Zeit.

AMALYTIX lädt die Verkaufs- und Traffic-Daten jeden Tag über die SP-API (Selling Partner API) von Amazon. Beim Einrichten holt AMALYTIX die letzten 370 Tage nach. In Eigenen Dashboards legen Sie Widgets für Sitzungen, Seitenaufrufe, Buy-Box-Anteil und Konversions-Rate Ihrer Seller-Produkte an und filtern sie nach Marke, Tag oder Marktplatz. Für Auswertungen in Excel gibt es den Bericht „Session und Conversion Daten (nach Tagen)“ mit den Werten je Marktplatz, ASIN und Tag.

Session- und Conversion-Daten sind ab dem Professional-Plan von AMALYTIX enthalten und stehen Sellern zur Verfügung. Für Vendoren zeigen Eigene Dashboards Glance Views. Eigene Dashboards schaltet unser Team auf Anfrage frei. Welche Änderung Sie testen und ob ein Ergebnis gut genug ist, entscheiden Sie weiterhin selbst.

Eigene Dashboards
2 / 6

Widget hinzufügen

  • Umsatz

    48.210 €von 42.870 €+12 %
  • Buy Box Anteil

Eigene Dashboards in der Demo: Widgets für Konversion, Umsatz und mehr hinzufügen und anordnen
Kostenlose Testphase

Sitzungen und Conversion Rate jeden Tag sehen, ohne Download aus Seller Central. Jetzt 14 Tage kostenlos testen

Fazit

Die Trinkflasche zeigt es: Mehr Absatz beginnt nicht immer mit mehr Werbebudget. Die Conversion Rate ist einer Ihrer stärksten Hebel; die Daten dafür bekommen Seller kostenlos in Seller Central. So gehen Sie vor:

  1. Messen Sie den Prozentsatz an Einheiten pro Sitzung je Child-ASIN mindestens einmal im Monat.
  2. Arbeiten Sie zuerst am größeren Hebel: Hat ein Produkt wenige Sitzungen, kümmern Sie sich um Relevanz und Klickrate. Hat es viele Sitzungen, aber wenige Käufe, um die Detailseite.
  3. Testen Sie Änderungen mit „Experimente verwalten“, wenn Ihr Produkt dafür in Frage kommt. Sonst vergleichen Sie zwei Zeiträume nach festen Regeln.

Häufige Fragen zur Amazon Conversion Rate

Was ist der Unterschied zwischen Sitzungen und Seitenaufrufen?

Eine Sitzung ist ein Besuch eines Kunden. Ruft er die Seite innerhalb von 24 Stunden mehrmals auf, zählt Amazon mehrere Seitenaufrufe, aber nur eine Sitzung. Die Zahl der Seitenaufrufe ist deshalb immer mindestens so hoch wie die Zahl der Sitzungen.

Wie berechnet Amazon die Conversion Rate?

Amazon nennt zwei Werte. Der „Prozentsatz an Einheiten pro Sitzung“ (Unit Session Percentage) teilt die bestellten Einheiten durch die Sitzungen. Der „Prozentsatz Bestellposten pro Sitzung“ (Order Item Session Percentage) teilt die Bestellposten durch die Sitzungen. Kauft ein Kunde mehrere Stück, steigt nur der erste Wert.

Wie lange sollte ein Amazon-Experiment laufen?

Amazon empfiehlt, ein Experiment bis zur Signifikanz laufen zu lassen; dann endet es, sobald die Ergebnisse aussagekräftig sind, laut Amazon schon nach vier Wochen. Mit fester Dauer empfiehlt Amazon acht Wochen, typisch sind acht bis zehn Wochen.

Sehen Vendoren eine Conversion Rate?

Nein, nicht als Amazon-Kennzahl. Vendoren sehen in Retail Analytics die Seitenaufrufe, aber keine Sitzungen. Eine eigene Rechnung aus Einheiten und Seitenaufrufen ist möglich, aber nicht mit der Conversion Rate der Seller vergleichbar.

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